Welche Unfallschäden gibt es?

Schlechte Sicht, Wildwechsel, Nässe, Aquaplaning, Schnee, Eis oder rutschiges Laub – alles Risikofaktoren, die eine Autofahrt in einem Verkehrsunfall enden lassen können. Natürlich reihen sich auch Fahrfehler, Unachtsamkeit oder erhöhte Geschwindigkeit in die Riege der häufigsten Unfallursachen ein. Das Wichtigste ist jedoch, dass man selbst heil davonkommt – Autos lassen sich ersetzen, Blechschäden oft wieder reparieren, aber die eigene Gesundheit und das Leben gibt es schließlich kein zweites Mal.

Lohnt sich eine Reparatur nach einem Unfall? Die Antwort auf die Frage hängt nicht nur allein vom Ausmaß der Schäden ab, sondern auch vom Restwert des Autos. Gerade bei älteren Baujahren ist ein größerer Unfall in der Regel gleichbedeutend mit einem wirtschaftlichen Totalschaden. Es erklärt sich fast von selbst, dass solche Unfallautos auf dem Gebrauchtwagenmarkt alles andere als Verkaufsschlager sind – schließlich erwartet der Käufer ein intaktes, fahrbereites Auto und natürlich so wenig Mängel, wie nur möglich.

Was also tun mit einem Fahrzeug, dessen Schaden so ausgeprägt ist, dass sich eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr lohnt? Einfach den Unfallwagen verschrotten lassen? Natürlich besteht die Option, das Fahrzeug ohne viel Bürokratie und Aufwand entsorgen zu lassen, denn dies ist mittlerweile nahezu überall kostenlos möglich. Auch sind die Hersteller seit 2007 gesetzlich dazu verpflichtet, Altfahrzeuge ihrer Marke kostenfrei zurückzunehmen.

Dennoch: Unterschätzen Sie jedoch nicht den Restwert Ihres Fahrzeugs! Die Devise Unfallauto verkaufen statt verschrotten hat schon bei so manchen für überraschte Blicke gesorgt, wenn diese erfahren haben, wie viel Geld sie tatsächlich noch für ein Fahrzeug mit Unfallschäden bekommen, die wir Ihnen in diesem Artikel näher erläutern möchten.

Die häufigsten Unfallschäden

Von kleinen Bagatellschäden einmal abgesehen kann selbst ein vermeintlich harmloser Parkrempler oder auch ein Auffahrunfall im Stadtverkehr kostenmäßig schnell in die Tausende gehen. In der folgende Auflistung werden die verschiedenen Kfz-Schäden etwas näher beschrieben. Eine Gemeinsamkeit teilen sich alle von ihnen: Die hohen Reparaturkosten – wenn denn eine Reparatur überhaupt noch möglich ist.

Frontschaden

frontschadenNur ein kurzer Blick aufs Smartphone, in die Handtasche oder außerhalb des Geschehens im Straßenverkehr und schon endet die Fahrt am Auto des Vordermanns, an einem geparkten Pkw oder anderen Hindernissen. Ein Frontschaden am Pkw kann sich jedoch auch durch Fahrlässigkeit, zum Beispiel zu geringem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug oder überhöhte Geschwindigkeit in Kurven, ereignen. Eine kaputte Frontschürze oder zerstörte Scheinwerfer sind dabei noch die geringsten Folgen – schließlich werden bei ausreichender Aufprallgeschwindigkeit auch die Airbags ausgelöst. Zudem können bei einem Frontschaden ebenso Motor, Antriebstrang oder Teile der Elektronik in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Ganz zu schweigen von möglichen Beschädigungen am Fahrzeugrahmen.

Heckschaden

heckschadenDes einen Frontschaden ist in der Regel des anderen Heckschaden, denn Auffahrunfälle zählen nämlich zur Hauptursache. Zwar ist im Heck eines Fahrzeugs weitaus weniger empfindliche Technik zu finden als in der Front, doch das macht die die Folgen eines Heckschadens nicht unbedingt weniger kostspielig. Ist die Wucht des Aufpralls groß genug, kann sich nämlich der Fahrzeugrahmen verziehen und die Reparaturkosten hierfür sind um einiges höher als ein Austausch der Stoßstange oder die Beseitigung eines Blechschadens am Heck.

Seitenschaden

seitenschadenViele Seitenschäden sind bereits dadurch entstanden, indem Autofahrer beim Spurwechsel mit einem anderen Fahrzeug kollidieren. Typische Fälle sind ebenso Ungeschicklichkeit bei der Durchfahrt enger Passagen oder unfreiwilliger Kontakt mit der Betonleitplanke auf der deutlich schmaleren, linken Spur auf Autobahnbaustellen. Doch wie auch immer ein Seitenschaden entsteht, so erreichen die Kosten zur Reparatur je nach Ausprägung oftmals den vierstelligen Bereich. Das liegt daran, dass bei dieser Schadensart schnell mehrere verschiedene Teile in Mitleidenschaft gezogen werden: Vom Lackschaden und verbeulte Kotflügel über zerstörte Seitenscheiben und eingedrückte Türen bis hin zur verzogenen A- oder B-Säule.

Rahmenschaden

rahmenschadenOb scheinbar harmlose Auffahrunfälle oder ein stärkerer Crash – durch die plötzliche Einwirkung von Aufprallkräften kann sich schnell der Rahmen eines Fahrzeugs verziehen. Man spricht dann von einem Rahmenschaden. Mit bloßem Auge lässt sich ein solcher in der Regel nicht erkennen, typische Folgen sind jedoch schlecht schließende Türen, ein ungleichmäßiger Verschleiß der Reifen oder negative Auswirkungen auf Sicherheit und Fahrverhalten, wie zum Beispiel das Neigen zum Ausbrechen beim Bremsen. Zwar kann man einen verzogenen Rahmen wieder richten lassen, allerdings liegen die Kosten dafür bei mehreren Tausend Euro. Daher ist ein Rahmenschaden meist auch ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Streifschaden

streifschadenWie der Name bereits sagt, entsteht ein Streifschaden durch das Streifen eines Hindernisses oder eines anderen Fahrzeugs. In letzterem Fall muss man allerdings noch nicht einmal selbst der Verursacher sein. Nicht selten liest man in der Lokalpresse von Autofahrern, die ein beispielsweise im Parkhaus oder auf dem Supermarktparkplatz abgestelltes Fahrzeug beim Ausparken oder Vorbeifahren beschädigt habe. Der Sachschaden geht dabei in der Regel in die Tausende und der Verursacher ist im Nachhinein oft nicht zu ermitteln. Wer hier nicht vollkaskoversichert ist, bleibt auf den gesamten Kosten sitzen – und diese können schnell höher sein, als der Restwert des Fahrzeugs.

Überschlagschaden

ueberschlagschaden-unfallWenn sich ein Fahrzeug bei einem Unfall überschlägt, ist der daraus resultierende Sachschaden noch das geringste Problem und man kann nur hoffen, dass es lediglich bei einem Sachschaden bleibt. Die entstandenen Schäden lassen sich jedenfalls – wenn überhaupt – nur durch viel Arbeit und hohe Reparaturkosten beheben. Hier reicht die Schadenspalette je nach Ausprägung des Unfalls von leichteren Blechschäden und zerbrochenen Scheiben bis hin zum verzogenen Rahmen und irreparablen Deformationen. Doch nicht selten ist das Fahrzeug nach einem Überschlagschaden derart beschädigt, dass sich ein Aufbereiten wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Wildschaden

wildschadenDie Gefahr eines Wildunfalls ist nicht zu unterschätzen, denn prinzipiell kann sich ein solcher nahezu zu jeder Zeit an fast jedem Ort ereignen. Sehr hoch ist sie jedoch auf Landstraßen, die durch Waldgebiete führen. Wildtiere sind zudem vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung sowie zum Frühlingsbeginn oder während der Brunftzeit sehr aktiv. Dann ist hinterm Lenkrad erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.Insbesondere auf Straßen, auf denen mit Schildern vor Wildwechsel gewarnt wird, sollte die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden. Wer sein Tempo reduziert, verringert auch das Risiko auf einen Zusammenstoß. Und dieser kann mitunter enorme Folgen haben, wenn es sich um relativ große oder schwere Tiere wie Hirsche oder Wildschweine handelt. Es gibt jedoch Momente, in denen sich ein Wildunfall nicht mehr vermeiden lässt – und dann sollten Autofahrer das Lenkrad gut festhalten, eine Vollbremsung hinlegen und im Ernstfall eher einen Wildschaden in Kauf nehmen als das Risiko eines Ausweichmanövers, bei dem weitaus schlimmere Folgen drohen. Ein Auto mit Wildschaden kann man schließlich verkaufen oder ersetzen – ein Menschenleben leider nicht.

Totalschaden

totalschadenIm Falle eines Totalschaden wird zwischen technischem und wirtschaftlichem Totalschaden unterschieden. Ein technischer Totalschaden liegt dann vor, wenn der Schaden an einem Auto nicht mehr reparierbar ist. Das fahruntüchtige Fahrzeug hat dann auch keinen Restwert mehr. Anders sieht es bei einem wirtschaftlichen Totalschaden aus. Hier kann das Auto durchaus noch fahrbereit sein, allerdings würden die Reparaturkosten deutlich höher sein, als der Restwert. Die Kfz-Versicherung muss die Kosten für eine Reparatur nicht zahlen – sie ersetzt lediglich den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert.

Unfallwagen ohne Unfall? 

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Tatsächlich muss nicht immer ein Crash dafür verantwortlich sein, dass Sie Ihr Fahrzeug als Unfallwagen deklarieren müssen. Dies wäre schon dann der Fall, wenn ein beschädigtes Blechteil ausgetauscht werden muss. Das betrifft natürlich keine Bagatellschäden, wohl aber größere Schäden und Deformationen eines oder mehrerer Teile durch Dachlawinen, Hagel oder Stürme. Das bedeutet, dass Ihr Fahrzeug die unpopuläre Bezeichnung „Unfallwagen“ tragen muss, obwohl Sie nie ein anderes Auto oder ein Hindernis gerammt haben.

Übrigens: Bei Autoverwertung Blechmann müssen Sie den Schaden nicht einmal behoben haben und können Ihr Fahrzeug als Unfallauto verkaufen – egal ob Wildschaden, Hagelschaden, Frontschaden, Heckschaden oder Totalschaden. Wir machen Ihnen einen fairen Preis und Sie ersparen sich aufwändige und kostspielige Reparaturen oder Kosten für Gutachten.